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WG vermieten Österreich: Gesamtmietvertrag oder Einzelmietvertrag?

Immovio07. Mai 20265 Min. Lesezeit
WG vermieten Österreich: Gesamtmietvertrag oder Einzelmietvertrag?

Wohngemeinschaften sind als Mieter:innen beliebt, für Vermieter:innen stellen sie aber eine wichtige Vorabentscheidung: Schließe ich mit allen Bewohner:innen gemeinsam einen Vertrag ab, oder bekommt jede Person ihren eigenen? Diese Wahl hat direkte Auswirkungen auf Haftung, Kündigung und deinen Verwaltungsaufwand. Was beim WG vermieten in Österreich mietrechtlich gilt und welches Modell dich besser absichert, erfährst du hier.

WG vermieten Österreich: Gesamtmietvertrag oder Einzelmietvertrag?

Beide Modelle sind in Österreich zulässig. Der Unterschied liegt darin, wer Vertragspartner ist und wie Verantwortlichkeiten verteilt werden.

Was ist ein Gesamtmietvertrag?

Beim Gesamtmietvertrag schließt du als Vermieter:in einen einzigen Mietvertrag mit allen WG-Mitgliedern gemeinsam ab. Alle Bewohner:innen unterzeichnen denselben Vertrag und sind gemeinsam Mieter:innen der gesamten Wohnung.

Das rechtliche Kernprinzip dabei ist die Solidarhaftung: Jedes WG-Mitglied haftet für die gesamte Miete, nicht nur für seinen Anteil. Zahlt eine Person nicht, können die anderen oder du als Vermieter:in den vollen Betrag von einer einzelnen Person einfordern.

Was ist ein Einzelmietvertrag bei der WG-Vermietung?

Bei Einzelmietverträgen schließt du mit jeder Person einen separaten Vertrag ab, in der Regel für ein bestimmtes Zimmer sowie das anteilige Recht zur Nutzung von Küche, Bad und anderen Gemeinschaftsflächen. Jede Person ist nur für ihren eigenen Anteil verantwortlich.

Dieses Modell erfordert mehr Verwaltungsaufwand, bietet dafür aber mehr Flexibilität bei personellen Wechseln in der WG.

WG Mietvertrag Österreich: Vor- und Nachteile im Vergleich

GesamtmietvertragEinzelmietvertrag
HaftungSolidarhaftung: alle haften für allesJede Person haftet nur für ihren Anteil
Kündigung durch Mieter:inNur gemeinsam möglichJede Person kann einzeln kündigen
MieterwechselAufwändig, neuer Vertrag nötigEinfacher, nur neue Person unterschreibt
VerwaltungsaufwandGeringer (ein Vertrag)Höher (mehrere Verträge, Zahlungen)
Absicherung bei ZahlungsausfallHoch (Solidarhaftung)Geringer (nur Anteil absicherbar)
Flexibilität für Bewohner:innenGeringHoch

Gesamtmietvertrag: Wo er Vermieter:innen stärkt

Der größte Vorteil des Gesamtmietvertrags aus deiner Sicht ist die Solidarhaftung. Fällt ein WG-Mitglied mit der Miete aus, kannst du den gesamten ausstehenden Betrag von einer anderen Person einfordern. Das reduziert dein Ausfallrisiko erheblich.

Außerdem hast du nur einen einzigen Vertrag zu verwalten, eine Kaution und in der Regel auch ein gemeinsames Mietkonto. Das ist administrativ einfacher.

Der Nachteil: Will ein WG-Mitglied ausziehen, betrifft das den gesamten Vertrag. Entweder stimmen alle einer Vertragsänderung zu, oder es braucht einen komplett neuen Mietvertrag mit den verbleibenden und neuen Bewohner:innen. Das ist aufwändiger als es klingt, vor allem wenn die anderen WG-Mitglieder bei der Nachmietersuche wenig kooperativ sind.

Hier weiterlesen: Mieter finden Österreich: Worauf du bei der Mieterauswahl achten solltest

Einzelmietvertrag: Wo er Vermieter:innen mehr Kontrolle gibt

Mit Einzelmietverträgen behältst du als Vermieter:in die Kontrolle darüber, wer in der Wohnung wohnt. Zieht eine Person aus, endet ihr Vertrag, und du kannst eigenständig eine neue Person aufnehmen und prüfen, ohne dass die anderen WG-Mitglieder dabei mitreden müssen.

Das ist besonders praktisch bei Studierenden-WGs, wo Bewohner:innen häufig wechseln. Du musst nicht auf eine Einigung aller Parteien warten, sondern kannst den freien Platz selbst nachbesetzen.

Der Nachteil: Bei Zahlungsausfall haftet jede Person nur für ihren eigenen Anteil. Außerdem musst du mehrere Mietverträge, Kautionen und Zahlungseingänge verwalten. Das erhöht den Aufwand spürbar.

Was in der Praxis für Vermieter:innen empfehlenswert ist

Die Wahl hängt von deiner Situation und deinen Prioritäten ab.

Gesamtmietvertrag empfiehlt sich, wenn:

  • dir Absicherung bei Zahlungsausfall besonders wichtig ist
  • die WG stabil ist und du keine häufigen Mieterwechsel erwartest
  • du den Verwaltungsaufwand gering halten möchtest Einzelmietverträge empfehlen sich, wenn:
  • du häufige Mieterwechsel einplanst (z.B. Studierenden-WG)
  • du selbst die Kontrolle über die Nachmieterauswahl behalten willst
  • du bereit bist, etwas mehr Verwaltungsarbeit zu investieren

In beiden Fällen gilt: Prüfe alle Bewohner:innen sorgfältig, hol dir Bonitätsnachweise und halte die Vertragsdetails klar und schriftlich fest. Tools wie immovio helfen dir dabei, mehrere Mietverhältnisse strukturiert zu verwalten und den Überblick über Zahlungseingänge, Verträge und Kommunikation zu behalten.

Hier weiterlesen: Mieterwechsel in Österreich: Ablauf, Kündigung und Übergabe

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Das hängt von deinen Prioritäten ab. Der Gesamtmietvertrag bietet durch die Solidarhaftung mehr Absicherung bei Zahlungsausfall, ist aber bei Mieterwechseln aufwändiger. Einzelmietverträge geben dir mehr Flexibilität und Kontrolle bei der Nachmietersuche.

Solidarhaftung bedeutet, dass alle WG-Mitglieder gemeinsam für die gesamte Miete haften. Zahlt eine Person nicht, kannst du den vollen Betrag von einer anderen Person einfordern. Das ist für Vermieter:innen ein wichtiger Sicherheitsvorteil.

Beim Gesamtmietvertrag nur gemeinsam mit allen anderen Mitunterzeichner:innen. Beim Einzelmietvertrag kann jede Person ihren eigenen Vertrag kündigen, ohne dass die anderen davon betroffen sind.

Beim Gesamtmietvertrag brauchst du als Vermieter:in die Zustimmung aller Parteien für eine Vertragsänderung. Beim Einzelmietvertrag entscheidest du eigenständig, wen du als neue Mietpartei aufnimmst.

Bei Einzelmietverträgen ja, jede Person hinterlegt eine eigene Kaution. Beim Gesamtmietvertrag wird in der Regel eine gemeinsame Kaution für die gesamte Wohnung vereinbart.

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